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4 Tagetrip, Krankenschwestertätigkeiten und der erste Einblick in das Metzgerhandwerk...

Autor: Marie | Datum: 21 September 2009, 14:58 | 25 Kommentare

In den letzten beiden Wochen ist viel passiert

jede Woche gibt es hier etwas, was ich unbedingt loswerden will aber meistens ist das wie weggepustet wenn ich vor dem Computer sitze:)

Also, ich geb mein Bestes..

Die letzte Woche endete damit, dass ich an einem Skillsworkshop gegenüber vom Office teilnahm. 15 Jungen aus den Blocks, ein anderes Mädchen und ich lernten, was sexuelle Gewalt ist und in welchen Formen sie auftreten kann. Gegen Ende wurde erklärt und gezeigt, wie Kondom und Femidom funktionieren, was ziemlich lustig war, da ich von dem Letzteren keine Ahnung hatte und das anhand einer Puppe demonstrieren sollte, sehr zur Freude der Jungen.. naja, ein Zertifikat bekommen wir alle noch:)

Am Wochenende haben Jona, die 3 Mädels vom Bodensee und ich einen Ausflug an den nahegelegenen Damm gemacht. Auf dem Weg haben wir durch Zufall Giraffen gesehen! Das war toll. Das Wasser war eisig, wie kleine Nadelstiche aber eine tolle Abkühlung!

Montag, früh morgens ging es dann tatsächlich los. Wir hatten das OK vom Pastor und zusammen mit Kirsten und Jona bin ich mit dem Bus nach Windhoek gefahren. Wir haben zwei Stunden gewartet, bis alle Plätze belegt waren, sodass der Bus losfahren konnte. Vorher bewegt den Fahrer nichts!! Während der Fahrt wurde es wärmer und ich habe es genossen die unglaublichen Weiten Namibias am Fenster vorbeiziehen zu sehen, während im Radio schreckliche Westernmusik lief:)

Von Windhoek aus ging es weiter nach Okahandja, wo wir kurz gehalten haben um uns einen Holzmarkt der Einheimischen anzusehen. Daraus wurden fast 2 Stunden, weil jeder uns in seine Hütte ziehen wollte um etwas zu verkaufen! Die Leute erzählen von sich und die Zeit verfliegt dann immer wie im Flug. Danach ging es weiter durch Khorixas nach Otjiwarongo, wo wir eine kleine "Zelle" gefunden haben zum übernachten:)

Am nächsten Tag ging es weiter nach Twylvefontein. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem versteinerten Wald vorbei, der in der Eiszeit von einem Gletscher angeschwemmt wurde! Unseren zweiten Stopp haben wir dann ein Stück weiter germacht, an einer Stelle mitten in der Wüste, wo man San-Steingravuren im Felsen sehen konnte. Für mich war das das Highlight unserer Reise, weil wir mit einer Führerin einen Weg durch die Felsen geklettert sind. Es war unglaublich heiß! Am Abend hatten wir einen unglaublichen Sternenhimmel.

Nach unserer Nacht auf einer leeren Restaurantterrasse, ohne Wände ging es weiter in Richtung Skeleton Coast. Nachdem wir das Gate durchfahren hatten wurde es schlagartig kühler. Die Landschaft wechselte von Wüste mit einzelnen Sträuchern, hin zu Dünen, bis wir schließlich den Atlantik sehen konnten. Kirsten hat eine ziemlich treffende Beschreibung von der Landschaft gemacht! Man sieht nichts aber es gibt so unwahrscheinlich viele Nichtse! Braune Farben, Gelbe Farben, Geröllnichts, Sandnichts und noch mehr. So langsam wird hier Frühling und Grüntöne mischen sich ins Bild. Keine Ahnung, wie das ohne Regen funktioniert..

Während unser Sprit immer leerer wurde und unsere Mägen immer leerer sahen wir zwei Schiffswracks und fanden nach langem Suchen endlich eine Unterkunft in henties Bay. Dort haben wir Fisch gegessen, der bestimmt beste meines Lebens, weil ich total hungrig war! Diese Nacht habe ich geschlafen wie ein Stein. 

Am nächsten Morgen ging es weiter nach Swakopmund. Dort fühlten wir uns so richtig wie Touristen, weil die Einheimischen keinen Unterschied zwischen Weißen machen. In Rehoboth fühlt man sich da irgendwie viel wohler.. Am Abend wurde es superkalt, die Kälte ist mir richtig in die Knochen gekrochen, weil der Lodgeinhaber uns frecherweise in den pool geschubst hat:D Es war unsagbar kalt!! Tagsüber haben wir den Strand genossen und Jona und ich sind noch auf eine naheliegende Düne gestiegen. Bergab war das nur eine Sache von Sekunden..hehe Am Strand gab es ganz tolle Muscheln, die echt süchtig machen können..

Am nächsten Tag, mitlerweile Freitag, hat Kirsten uns in Karibib abgesetzt, wo wir dann an der Aids Awarenessweek teilgenommen haben.

Alle ELCAP Organisationen der verschiedenen Regionen sind gekommen und haben ein Programm veranstaltet. Es wurde ein großes Musikzelt aufgebaut und es gab ein Sportangebot, dass mit großer begeisterung aufgenommen wurde! den ganzen Tag haben wir Sachen hin und her gefahren, organisiert (im afrikanischen Sinne;)) und Brote geschmiert, weil das essen lange nicht gereicht hat. Als wir ankamen wusste zunächst niemand, dass wir kommen. Also bin ich mit ein paar Frauen losgezogen und wir sind durch die Siedlungen gelaufen und haben die Leute eingeladen. Die Kirche war am Abend auch tatsächlich voll!

Samstagabend gab es einen Candlelight Service, bei dem an die Verstorbenen des Aidsvirus gedacht wurde. Es war sehr emotional, weil fast jede Familie betroffen ist.

Am Sonntagmorgen war eine Pastorin aus Südafrika zu Gast im Gottesdienst und sie hat eine tolle Rede gehalten. Die Frau hat totale Power ausgestrahlt und sie hat toll gesungen. Überhaupt singen hier alle wahnsinnig schön!! Auch wenn nur 4 Leute singen, hört sich das an wie ein ganzer Chor und Jona und ich bemühen uns die verflixten Texte endlich zu können:) Er ist leider während des Wochenendes krank geworden, weshalb wir eine kleine Krankenstation in meinem Zimmer eröffnet haben und ihm ab und an mit Nahrung versorgt haben:) Ein williger Patient.

Zu Essen gab es für alle die schreckliche Kuh.. bis jetzt hatte ich die noch nicht erwähnt aber sie folgt uns jetzt schon seid einiger Zeit!!!

In dem Laden neben unserem Haus haben die ELCAP Leute eine komplette Kuh verstaut. Die wurde dann durch unsere Küche getragen und in einer nacht und Nebelaktion mit einer Säge in Stücke gesägt, so dass wir nicht einschlafen konnten!! Jona musste helfen die Beine und Rippen zu verstauen, in einer Truhe die nicht richtig gekühlt hat!

Dieses Fleisch wurde auf einen Anhänger geladen und knappe 4 Stunden durch die Sonne nach Karibib transportiert..ich hatte deshalb nicht so wirklich Hunger:D Die Cooldrinks wurden ebenfalls mit dem blutigen Fleisch in eine Truhe gepackt und man konnte sich die bloody Drinks ganz nach Bedarf rausholen.. So viel zum Essen:)

Ich war total froh, als wir Sonntagabend wieder in Rehoboth ankamen, nach einer langen, heißen Autofahrt. 

Home sweet home!

Liebe Grüße,

Marie

 

 

 

 

 

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