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Garten Training in Mariental und Fahrt tief, tief in den Norden..

Autor: Marie | Datum: 05 Mai 2010, 14:22 | 23 Kommentare

Dienstagabend ging es los, Maria, Albertus, Maureen (die neue Peace Corp Voluntaerin), Jona und ich brachen nach Mariental auf um unsere ELCAP Kollegen im Office vor Ort beim Anlegen eines eigenen Gartens zu helfen.Nachdem wir endlich von Rehoboth aufbrachen (es war schon dunkel) luden wir noch 2 Babies und eine Frau ins Auto- die Karre war voll

Maureen und ich schliefen mit Maria in einem kleinen Nebenbau auf dem Boden. Ich hatte nur meinen Schlafsack mit und in der Nacht ist mir die Kaelte in die Knochen gekrochen! Ich war soo froh, als die Sonne endlich aufging und ich aufstehen konnte. Aios, Marias Baby hat die ganze Nacht durchgeschrien..

Nach einer gemeinsamen Morning devotion begannen wir unseren Theorietag in einem kleinen Zelt hinterm Buero. Nachdem ich die erste Zeit eher Babysitter gespielt habe kam ich mit meinem Thema dran und es hat wirklich Spass gemacht mit der Gruppe. Irgendwie become ich immer den Part Soil preparation ab und so brauchte ich keine Unterlagen mehr. Spaeter haben sich die Damen aus der Gemeinde, die mit von der Partie waren ein Thema in Afrikaans gewuenscht und ich habs ueberlebt Von dem Zeitpunkt an, sprachen sie nur noch Afrikaans, was nochmal echt gut zum lernen war.

Donnerstag began dann also unser Gartenprojekt, ueber drei Stunden gruben wir das Land hinter dem Office um und legten Beete an. Die Sonne hat echt gebrannt und es war ein hartes Stueck Arbeit. Nach dem ueblichen Mittagessen aus Fleisch ging es weiter mit Saehen und dem Bewaessern aus unseren gebastelten Kannen. Mein persoenlicher Lieblingspart..hehe Nicht nur die Pflanzen bekamen etwas ab und das sollte ich spaeter noch sehr bereuen;)

Nachdem dies geschafft war trafen wir uns bei einem Kollegen am Haus und es wurde gegrillt. In der kleinen Kueche habe ich mit einem riesigen Stueck Teig gekaempft, hatte meine Hilfe angeboten und nicht erwartet wie hart das ist so einen Klumpen zu kneten!! Spaeter wurde getanzt, die nennen den Paartanz “Langarm” und ich habe mich auf einen Abraham Bubi gesetzt, ein wirklich furchtbares Insekt! Hauptsache die weisen mich ganz ruhig in Nama daraufhin..ich habe ziemlich lang gebraucht um das zu checken.

Am naechsten Morgen wurden die letzten Samen gesaeht (Moehren, Bohnen, Rote Beete und Blumenkohl) und die meiste Zeit bestand aus WARTEN. Warten auf den Beton, der hart wird, warten auf das Essen und warten auf das Auto, dass noch zum car wash sollte. Ich glaube das faellt mir hier echt am schwersten! Wir wollten um 11 weg sein aber um 15 Uhr ging es dann letzendlich los.

Ich wurde dann in Rehoboth schnell nach Hause gefahren, damit ich meinen Passport holen konnte und danach bin ich mit dem Bus weiter nach Windhoek gefahren.

Otamanzi

Um 17 Uhr wollte ich zusammen mit Leena, meiner Freundin aus Windhoek mit der ich den Independence day verbracht habe, einen Bus in den Norden nehmen um ihre Oma (Kuku) zu besuchen.

Um 18 Uhr hielt der Bus in Windhoek und eine Menschenmasse stroemte auf die Schiebetuer zu! Ich habe sie geoeffnet und versucht nach Draussen zu gelangen aber dabei bin ich hingeflogen und habe mir den Kopf angehauen. Die Leute waren wie besessen in den letzten Bus zu kommen und so bekam ich auf dem Boden noch ein paar nette Tritte ab. So etwas muss man hier echt mal gesehen haben, die sind sogar durch die Fenster hineingeklettert! Ich habe meine Taschen zusammengesucht und mich abseits erstmal neu sortiert. Kaum sitzt man alleine irgendwo wird man direkt angesprochen und ich war es in dem Moment so Leid! Zum Glueck kam Leena dann eine halbe Stunde spaeter.

Um 2 Uhr Nachts nahmen wir nach einigem hin und her einen kleinen Bus in Richtung Oshakati. Eine Frau hat ihre Huehner lebend in einem Sack mitgenommen! Nach 11 Stunden Fahrt kamen wir in Oshakati an und ich war so gluecklich wieder im Norden zu sein! Es ist so anders dort. Wir nahmen ein Cap nach Okahao und weiter einen Lift auf der Ladeflaeche eines Trucks, der uns mitnahm. Dann endlich kamen wir an.. mitten in der Natur, kein Shop weit und breit und Leenas Familie begruesste uns auf Oshivambo. Kuku hatte Geburtstag und es gab ein grosses Fest. Ich musste das Geschenk ueberreichen und wurde in die traditionelle Tracht gesteckt. PINK

Die Tage vergingen langsam, was nicht heist, dass es langweilig war. Ich hatte einfach kein Zeitgefuehl mehr und der Tag bestand aus Essen kochen, Wasser holen, sitzen und reden und fegen. Geschlafen haben wir kaum und ich bin echt an meine Reserven gekommen. Immerzu gab es Fleisch, ich bekam ein Stueck Ziegenlippe mit noch Barthaaren dran, was ich echt nicht runterschlucken konnte! Zum Glueck wuchsen hinter dem Mahangofeld (daraus wird der Pap gemacht) kleine Buesche an deren Wurzeln wuerzige Nuesse haengen. Total lecker und meine Rettung Die Wuermer waren auch nicht so schlimm wenn man einfach vergisst, was man gerade knuspert!

In dem Raum, den wir unsgeteilt haben wollte ich meine Sachen unters Bett schieben, so dass mehr Platz ist. Tja.. da lag dann ein abgehacktes Eselbein mit Huf! Ich habe mich schon etwas ueber den Geruch gewundert..hehe Also schliefen wir auf der Speisekammer.

Seit dem Training in Mariental konnte ich nicht mehr duschen und war deshalb so froh, als wir uns am letzten Tag vor der Abreise einen eigenen Kanister mit Wasser geholt haben und uns endlich waschen konnten. Nachdem es die Woche zuvor geregnet hatte ist ganz in der Naehe der Huetten ein Wassergebiet entstanden. Die Kanister sind verdammt schwer und ich hab den Trick des Tragens noch nicht raus, weshalb mein Kanister am Ende am leersten war und ich am nassesten

Montag sollte es frueh morgens losgehen aber die Tradition sagt, dass erst mit den Gaesten gegessen wird. Also half ich frueh morgens ein Huhn zu rupfen und Mahangopap zu kochen. Das alles braucht Zeit und nachdem wir unser Abschiedsessen eingenommen hatten, wurden die Reste an die Kinder verteilt. Die Rueckfahrt verlief ohne Zwischefaelle und Leenas Bruder fuhr uns, seine Frau und den kleinen Jonathan nach Hause

Wir kamen in der Nacht an und ich wollte nur noch schlafen. Als wir zuerst seine Frau nach hause brachten erfuhren wir die Nachricht, dass ihr Bruder erschossen wurde. Das war nochmal echt krass und irgendwie zuviel nach der ganzen Fahrt ich war nur noch froh endlich schlafen gehen zu koennen.

Meine gesamte Kleidung riecht nach Feuer und irgendwie anders und ich habe das Gefuehl wirklich weit weg gewesen zu sein …

In Windhoek traf ich dann Jona und wir haben uns einen Film im Kino angesehen. Ein wahrer Genuss nach so einer langen Zeit aber ich glaube ich war noch nie so dreckig im Kino.


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